So lebendig kann Zeitungssterben sein

 

„Wir müssen reden!“ lautet ja eine softe Floskel, wenn es Probleme gibt. Das medienfachliche „Digitale Quartett“ hat dies im Web getan, indem es sich zu einem Oktett erweitert hatte. Mit dem Newsroom-Leiter Bülend Ürük, dem Online-Chef der Rhein-Zeitung (Koblenz), Marcus Schwarze, dem Schweizer Autoren Constantin Seibt sowie mit Cordt Schnibben vom SPIEGEL. Er hat die aktuelle Debatte über die Zukunft des Printjournalismus angestoßen. Mit der Ulrike Langer, Richard Gutjahr, Daniel Fiene und Thomas Knüwer haben sie geredet. Und das war gut so. Spannend und aufschlussreich. Ein Web-TV-Tipp.

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Blinde Flecken einer Diskussion

Eine Woche nach Erscheinen der SPIEGEL-Story „2020 – Zeitungssterben“ gibt es gerade medienbranchenintern eine Debatte über die Debatte. Eitel, vorhersehbar und oft lösungsfrei seien viele Beiträge gewesen. Mir dagegen erscheint die bisherige Diskussion zu gehaltvoll, um Zicken-Alarm auszulösen. Könnte ich ja auch gar nicht. Mein Alternativ-Angebot: Als (Zwischen-) Bilanz auf ein paar blinde Flecken aufmerksam machen. Aspekte also, die unterbelichtet werden, vielleicht weil sie so offenkundig sind.

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Wir sind dann mal weg – Zeitungstod

Krisenszenario

Krisenszenario

Dieser Sommer eignet sich wohl ideal für hitzige Mediendebatten. Kaum eine Chance, kühlen Kopf zu bewahren. Jetzt stirbt auch noch die Zeitung. Mal wieder. Die einen wollen die Zeitung wiederbeleben, die anderen tragen sie zu Grabe. Für beide Positionen gibt es berechtigte Argumente. Rechthaberei wird allerdings der Debatte kaum gerecht. Geht es doch um den richtigen Weg in eine Zukunft, die keiner kennen kann. Was außer dem Verleger der Washington Post bislang allerdings kaum jemand zugeben mag. Das ist ein Problem. Nun müssen ganz offensichtlich Internet-Unternehmer  als „Sugar Daddies“ den Journalismus retten. Noch ein Problem.

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Gebeutelte Deuter – Wer sind wir?

Noch Fragen zum Journalismus? Ja!

Noch Fragen zum Journalismus? Ja!

Journalismus zu definieren – das war immer schon der Versuch, einen ziemlich großen Pudding an die Wand zu nageln. Jetzt bröckelt auch noch die Wand weg. Verlage verabschieden sich von publizistischen Produkten, amerikanische  IT-Riesen geben den Takt der Medienbranche an und immer mehr Menschen stellen einfach selbst online Öffentlichkeit her. Das verunsichert die professionellen Kommunikatoren. Aber da müssen wir wohl durch. Ein kleiner Orientierungsmarsch.

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Die friedliche Nutzung der Datenenergie

An so einem Satz hat man zu tragen, als in die Jahre gekommener Journalist: „Das Alte ist vergangen, wirklich vergangen“, beschied Senior-Verlegerin Friede Springer in der FAS. Deshalb „Digital First“ und der Rest – ab in den Schlussverkauf. Dann, im selben Medium, eine zweite, irritierende Information: Das deutsche Software-Vorzeige-Unternehmen SAP wird wohl bald in der Deutschland nur noch ein paar Briefkästen stehen haben. Einheimisches Personal rekrutieren oder Programme in der Provinz entwickeln, das sei nicht zukunftsträchtig. Think Big Data.

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Da staunt der Fachmann

Sowieso total überwacht: Der kleine Prinz

Sowieso total überwacht: Der kleine Prinz

Ich könnte natürlich dem Royal Baby die Schuld geben. Fürs Ablenken. Oder Mutti Angela. Fürs Abwiegeln. Denn trotz massiver Berichterstattung will das Thema Digitaler Datenschutz einfach nicht richtig zünden. Statt mit brennenden Barrikaden zu protestieren, genießen die Menschen das Wetter oder denken sich Namen für Anonymus Windsor aus. Gott und die Welt dafür anzuklagen, nützt nichts. Ich übe Selbstkritik, indem ich an Möglichkeiten und Grenzen von Medien erinnere.

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„Das Venedig-Prinzip“ im Fernsehen

Kehrseite der Lagune - Demo in Venedig am 9.6.2013

Kehrseite der Lagune – Demo in Venedig am 9.6.2013

Kultur und Pessimismus vereinigen sich nirgendwo besser als in Venedig. Auch in der Dokumentation „Das Venedig-Prinzip“, die heute um 22.45 im Ersten (ARD) läuft, darf die Stadt wieder machen, was sie am besten kann: Untergehen. Überflutet diesmal vom Massentourismus. Wer allerdings den Satz „Früher war alles besser“ nicht mehr hören kann, sollte diesen Film lieber meiden. Für alle anderen ist er Pflicht.

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Lohnen Drohnen?

 

Abgehoben: Little Brother is watching you

Abgehoben: Little Brother is watching you

Wenn die Herren Obama und Putin über den künftigen Wohnsitz eines gewissen Edward Snowden telefonieren, muss für die Welt einiges auf dem Spiel stehen. Aber was nochmal genau? Und wo kommen auf einmal die vielen privaten Daten überhaupt her? Vielleicht schafft ein kleines Beispiel zur medialen Technologiefolgeabschätzung mehr Überblick – reden wir also über Drohnen-Journalismus!

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Fragwürdig und bösgläubig

Amerika führt mit Eins zu Null

Amerika führt mit Eins zu Null

Wie geht es weiter mit unserer digitale Existenz, wenn Edward Snowden Venezolaner geworden ist und Angela Merkel bei den US-Amerikanern ordentlich auf den Stuck gehauen hat? Wenn der Moment gekommen ist, da Royal Babies, Moslembrüder oder Profifußballer die Themen Tempora und PRISM (ich erwähne die Stichworte hier zur Suchmaschinen-Optimierung) auf die hinteren Speicherplätze gedrängt haben. Zum Zwecke der Nachhaltigkeit einer wichtigen Debatte darf sich vorsorglich jeder, der einen Blog betreibt, etwas wünschen. Ich bin für bösen Glauben und gute Fragen.

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Der Staat – dein Feind und Helfer

Von wegen - der Staat bin ich!

Von wegen – der Staat bin ich!

Die bemerkenswert öffentliche Debatte um PRISM und tempora ist so wichtig, dass ich mir Sorgen mache, sie könnte bald vorbei sein. Sollten sich nämlich die Fronten in der Diskussion wieder zum Stellungskrieg verhärten, werden die Klischee-Granaten tief fliegen. Die ersten Einschläge sind selbst in klugen Beiträgen noch zu bemerken: Feindbilder.

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