Allein gegen die Anwälte

Schrecklich hartnäckig: Petra Reski (Foto: Shobha)

Schrecklich hartnäckig: Petra Reski (Foto: Shobha)

Reski vs Augstein – schon auf den ersten Blick ein hochspannender Fall: Er handelt vom Umgang mit organisierter Kriminalität. Beispielhaft ist aber vor allem die Medien-Geschichte hinter der Mafia-Story – ein Lehrstück zum Unterschied zwischen Haltung und Pose im Journalismus.

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Alles Nazis, auch Mutti.

Inflation auf dem Punkt (F: Google-Suche / Wikimedia)

Inflation auf dem Punkt (F: Google-Suche / Wikimedia)

Früher® wirkten Nazi-Vergleiche rhetorisch wie eine zugeknallte Tür.  Wumms – Ende der Debatte! Im Moment fangen Diskussionen gerne mal mit Hitler an. Das verhindert konstruktive Diskussionen und verwässert wichtige Begriffe. Ein Beitrag zur medialen Metapher-Kompetenz.

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Medienkompetenz konkret: Das Dürfen

2014 ein freier Yücel (F: blu-news.org / CC BY SA 2.0)

2014 ein freier Yücel (F: blu-news.org / CC BY SA 2.0)

Schön, dass „Medienkompetenz“ inzwischen Begriffskarriere macht. Denn sie ist der Schlüssel zur Zukunft in der Informationsgesellschaft. Traurig und gefährlich, wenn sie beschnitten wird, wie gerade im Fall Deniz Yücel.

Gerade weil der Begriff so bedeutend und weitreichend ist, wirkt die Debatte um Medienkompetenz oft diffus und abstrakt. Vielleicht lässt sich das verbessern. In einer lockeren Serie von aktuellen Einwürfen will ich  das Thema hier konkret machen. Diese neue Blog-Rubrik ist ein Versuch. Eine Art Begriffs-Filter.

Zum Auftakt also der Fall Deniz Yücel, eine schaurige Steigerung der Causa Böhmermann. War der Angriff auf den Comedian letztes Jahr noch Wortgefecht, wird der türkisch-deutschen Journalist jetzt körperlich angegriffen: Er sitzt im Knast.

Und was hat das jetzt mit Medienkompetenz zu tun?

Ziemlich viel, wenn auch erst auf den zweiten Blick. Dann zeigt das Beispiel Yücel: Die juristische Einschüchterung von Journalisten/innen in der Türkei wirft ein grelles Licht auf die eher unbeleuchtete Seite der Medienkompetenz: Das Dürfen.

Grob betrachtet, lassen sich die vielen, vielen Definitionen von Medienkompetenz in zwei Körbe werfen – Befähigung und Befugnis. Über das Erstere diskutieren wir ebenso häufig wie heftig. Smartphones im Unterricht sind da gerade in. Wichtiges Thema, kein Zweifel. Vor allem dann, wenn es aus der rein pädagogischen Ecke hinauskäme.

Aber Können erfordert eben nicht nur, das Verstehen oder Machen zu trainieren, sondern auch das Dürfen zu sichern. Da landen wir sofort auf dem öden Feld der Regulierung und Legitimierung. Nur ist das leider entscheidend: Welche Kompetenzen billigen wir den Bürger/innen zu, welche den Social Media-Plattformen, welche dem Staat? Welches “wir” überhaupt?

Der erste, achtsame Schritt in diese Richtung der Medienkompetenz ist, sich für Medienkompetenz-Überschreitung zu sensibilisieren. Recep Erdogan geht – indem er den türkischen Justizapparat in diese Richtung lenkt – ganz bewusst zu weit. Mit dem Kriminalisieren von Kritik als Beleidigung und Beihilfe zum Terror weitet er seine Befugnisse derart aus, dass für freie Medien keine mehr übrigbleiben.

Destruktive Angriffe auf eine gedeihliche gesellschaftliche Zukunft. So einfach ist das. Und so naheliegend, dass man es oft übersieht. Deshalb ist der öffentliche Aufruhr gegen die Behandlung Yücels so wichtig, konkret und generell. Denn das Prinzip der publizistischen Komptenzbeschneidung kennen sämtliche Autoritären, von Putin bis Orban. Auch Donald Trump träte man nicht allzu nahe, wenn man ihn in diese Riege einreihte.

Aber wenn Ihnen, liebe Nutzer/innen, meine Begriffsgymnastik zum Thema Medienkompetenz zu anstrengend ist, habe ich dafür natürlichbedauerndes Verständnis. Wir können es auch auf eine kurze Kompromiss-Formel bringen:

Demokratische Medienkompetenz = Free Deniz!

Evolutionäre der Medienschöpfung

Die Evolution geht weiter (F: Franru 96/CC BY-SA 4.0)

Die Evolution geht weiter (F: Franru 96/CC BY-SA 4.0)

Darwinismus statt Trumpismus. In meinem letzten Blog-Post hatte ich eine evolutionäre Perspektive auf die publizistische Kriegsbemalung vorgeschlagen. Riskieren wir nun einen näheren Blick durch diese Brille.

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Medialer Darwinismus und andere Metamorphosen

Perspektiven auf den Wandel: Darwin und Trump (Fotos: Wikimedia)

Perspektiven auf den Wandel: Darwin und Trump (Fotos: Wikimedia)

Atempausenlos wird Geschichte gemacht. Derzeit hyperventiliert gesellschaftliche Öffentlichkeit. Ein verbissener Kampf um Deutungshoheit prägt den Anfang 2017. Deshalb nun einige Überlegungen zum Überleben im medialen Darwinismus.

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2017: Krieg der Frechheit

 

Ich glaube, es hackt (Foto: M. Vadon / CC BY SA-2.0)

Ich glaube, es hackt (Foto: M. Vadon / CC BY SA-2.0)

Zur Jahresewende riskiere ich einen vorausschauenden Blick zurück: 2017 wird es vor allem um die Frage gehen, ob Frechheit siegt. Deren Schlagkraft hat sich jedenfalls 2016 bewiesen. Überall können sie zuschlagen, die postfaktischen Hacker wie “Vitaly Popov”. Ich schreibe aus Erfahrung.

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Augen auf und durch!

Weg zum Fußvolk (Foto: Momo/Wikimedia/CC BY 2.0)

Weg zum Fußvolk (Foto: Momo/Wikimedia/CC BY 2.0)

Meine Bilanz 2016: Medien-Menschen zwischen Hype und Hysterie. Bestes Beispiel: Die im Netz vielfach geteilte Big Data-Geschichte über den Anteil der Firma Cambridge Analytics am Wahlsieg von Donald Trump. Anstatt überempfindlich sollten wir lieber achtsam sein.

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Dialog ist digitale Bürgerpflicht

Sorgen und Tri Top: Gute alte Medienwelt im Museum (Auswandererhaus Bremerhaven)

Sorgen und Tri Top: Gute alte Medienwelt im Museum (Auswandererhaus Bremerhaven)

So fühlt er sich nun an, der kalte Medienkrieg! Immer noch schmerzhaft, diese post-trumpale Belastungsstörung. Mit Donald Trump stehen wir nun touchy am Tipping Point. Zeit für einige nüchterne Notizen und einen Appell.

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Mein Mensch-Maschinen-Mischmasch

Denkste (Foto: Cruz / Wikimedia)

Denkste (Foto: Cruz / Wikimedia)

Keine einfache Vorstellung – dass der Thermostat im Arbeitszimmer mal intelligenter sein könnte als ich. Wenn es nicht mal schon so weit ist. Künstliche Intelligenz (KI) boomt und buzzd: Was die Informationsbeschaffung angeht, so bin ich tatsächlich immer stärker auf algorithmische Assistenz angewiesen. Von Bots bereichert und bedroht. Mein Leben – ein Mensch-Maschinen-Mischmasch.

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Ist der Mainstream noch zu retten?

Mainstream am Ende (Foto: NASA)

Mainstream am Ende (Foto: NASA)

Mit diesem Beitrag habe ich es mir nicht leicht gemacht. Und – ehrlich gesagt – Ihnen auch nicht. Das Thema ist fast ein bisschen peinlich, jedenfalls gewöhnlich. Schwer zu formulieren ist es sowieso. Als besorgter Medienbürger sehe ich mich nun trotzdem gezwungen, ausführlich einen Schlüsselbegriff zu würdigen, der leider zum Schimpfwort wurde: „Mainstream“.

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