Skepsis ist der neue Optimismus

Mathias_Doepfner.Axsel Springer Verlag  Sascha_Lobo_in_Berlin

Verängstigter (Quelle: Verlag) und Gekränkter (Quelle: Wikimedia)

Der Trend geht Richtung Enttäuschung. Jedenfalls in bedeutenden Medien-Diskussionen. Nachdem zunächst Sascha Lobo öffentlich und selbstkritisch seine „Digitale Kränkung“ durch die Riesen-Datendiebe zugab, bekommt es jetzt der Chef des Axel Springer-Verlags, Mathias Döpfner, mit der Angst vor dem großen Google zu tun. Doch beide Bekenntnisse sind sehr gut für die Entwicklung des Internets!

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Wut und Wille – Zwischen-Generation

Gerätegenerationen (Foto: Wilfredo CC0 1.0)

Gerätegenerationen (Foto: Wilfredo CC0 1.0)

Vor einer Woche, also vor einer Ewigkeit, habe ich einen Begriff aufgeschnappt und halte ihn jetzt immer noch fest: „Zwischen-Generation“. Gelesen bei Richard Gutjahr, einer Art Leitmedium im journalistischen Zukunfts-Diskurs. Mit seiner Begriffs-Schöpfung liefert er die gelungene Beschreibung einer vorläufigen Dauer-Befindlichkeit: Digitaler Medienwandel ist auch ein Erbstreit.

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Venedig und die Bücher – nicht unterzukriegen

AA Bookshop1

Selten  war mehr Umbruch, Aufbruch, Abbruch. Die Chronik des angekündigten Todes von „Wetten dass…“ beschreibt uns wohl den Weg zur „Unterhaltung 4.0“. Gestorben wird in der Medienbranche im Wochentakt: Zeitungen, Sendungen, Hoffnungen. Wir sollten dem permanenten Untergang aber optimistisch ins Auge sehen. Das geht am besten in Venedig und am allerbesten im „Aqua Alta bookshop“. Ein skurriles Gleichnis zum Medienwandel der Zeiten.

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Hoodie-Blues – Journalisten im Streit

 

Hoodie im Einsatz (Quelle: Annonym / Wikimedia)

Hoodie im Einsatz (Quelle: Annonym / Wikimedia)

Kleine Arroganz, große Empfindlichkeit: Da spricht Feuilleton-Redakteur Harald Staun (FAS) dem Online-Chef der Süddeutschen, Stephan Plöchinger, quasi ab, ein Journalist zu sein. Sofort großes Getwitter am Sonntag. Und weil es dabei auch um den Dress-Code der Digitalen geht, gibt es gleich einen Tumblr drauf: Fröhliche und finstere Gestalten in Kapuzen-Pullis (Hoodies). Da inszeniert sich beispielsweise Bild-Boy Diekmann wie ein mönchischer Giftmischer aus dem „Namen der Rose“. Der Anlaß nichtig, die Aufregung richtig, die Diskussion wichtig. Wenn sie denn weitergeführt wird. Was ich hoffe. Und glaube.

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Alter und Ego – meine Versionsgeschichte

My first Newsroom  (Quelle: Library of Congress)

My first Newsroom (Quelle: Library of Congress)

Dieses Weblog spielt im Titel mit dem Alter. Genauer gesagt, mit meinem Alter. Riskant. Wirft das doch in beschleunigten Zeiten ständig die Frage nach der Qualität der Upgrades (Geburtstag) auf. Schwer zu entscheiden, ob die neue Version „5.1.“ besonders ausgereift ist oder einfach nur veraltet. Sicher erscheint mir dagegen, dass der Betrachtungswinkel „Generationen“ im digitalen Medienwandel immer interessanter wird. Sowohl in der journalistischen Filterblase als auch im Weltgeschehen.

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Datability – alles auf Anfang

A und D beim Wording (Quelle: CeBit 2014)

A und D beim Wording (Quelle: CeBit 2014)

Zwischen Krim-Krise und Hoeneß-Hype kommt die CeBit 2014 fast zu kurz. Wenn auch nicht ganz. Vor allem die große Debatte um Big Data verleiht der Computermesse eine weitere Dimension. Es weht ein Hauch von Snowden  durch die Hallen. (Gut, ich war gar nicht dabei.) Jedenfalls für alle nachlesbar, hat Angela Merkel einen bedeutenden und entlarvenden Satz zum Thema Datenschutz formuliert: „Ich glaube, wir sind erst am Anfang dessen, was da zu leisten ist.“  What a wording!

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Sinn oder Krise? Medienmenschen im Zweifel

Dem Blogger Wolfgang Michal, Motor von Carta, gelang vor kurzem ein Post, der ungewöhnlich häufig kommentiert wurde. Dabei handelte es sich nicht etwa um sein interessantes Hintergrundstück zum Ukraine-Konflikt – nein, die Selbst-Suche eines Netz-Publizisten im digitalen Medienwandel war sein Thema: „Braucht es uns noch?“.

Genauso aufschlussreich fand ich einen Beitrag des jungen Journalisten Andreas Grieß auf vocer, vor allem dank der Reaktionen darauf: „Die Medienbranche hat diese Generation nicht verdient“. Wir stecken mitten in Sinnkrisen und Generationskonflikten. Kein Grund zum Verzweifeln, sondern zum Nachdenken.

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Kommunikation in der Krise: Der „Fall Edathy“

Mensch und "Fall": Sebastian Edathy (Quelle: blu-news.org/CC-BY-SA.2.0)

Mensch und „Fall“: Sebastian Edathy (Quelle: blu-news.org/CC-BY-SA.2.0)

Für unsere Gesellschaft ist der „Fall Sebastian Edathy“ ein Gewinn- an schmerzlichen Erkenntnissen über das Leben in der Medienwelt. Wir lernen: Kommunikation und Krise gehören eng zusammen. Fragt sich fast, ob es da dieser Tage noch einen bedeutenden Unterschied gibt. Auch wenn die vordergründigen Stichworte „Kinderpornografie“, „Amtsgeheimnis“ und „Koalitionsfrieden“ lauten, im Zentrum dieser #Staatsaffaire steht die Kommunikation. Für die wir uns einfach nicht mehr genug Zeit nehmen (können).

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Journalismus – ein zunehmend fragwürdiger Beruf

Jede Menge Journalismus (Foto: Mikasi, CC-BY-2.0)

Jede Menge Journalismus (Foto: Mikasi, CC-BY-2.0)

Es gibt so Sätze, da ist man erst mal platt. Neulich, während einer Social Media flankierten Ausgabe des „Digitalen Quartetts“, habe ich mir folgenden Tweed des Bloggers Thomas Knüwer eingefangen:  „Wenn Journalisten mit Online-Kommentaren verglichen werden, brauchen wir keine Journalisten mehr.“  Keine Journalisten mehr, mehr, mehr … hallte es in mir nach. Für eine Reaktion in Echtzeit war ich zu baff. Jetzt aber.

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Lanz und Snowden: Scheinheilige Kriege

Es hätte so schön sein können (Quelle: ARD / DWDL)

Es hätte so schön sein können (Quelle: ARD / DWDL)

„Entregt Euch“ – diese Empfehlung des Medienkritikers Hans Hoff zum Lanz-gate gehört zum Klügsten, was ich in den letzten Monaten gelesen habe. Aber seinen Rat diesseits und jenseits der Cyber-Gartenzäune zu beachten, fällt offensichtlich schwer. Sooo schwer.  Stattdessen toben um uns herum scheinheilige Kriege um Symbole. Da wird  ein Lanz verteufelt und ein Snowden-Interview zur Glaubensfrage.

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